Schallschutzmessung

Messgeräte und Ausrüstungen

Grundlage der Messungen bildet der Schallpegelanalysator Typ 2250 der Firma Brüel & Kjaer.
Dabei handelt es sich um einen Schallpegelmesser der Klasse 1, der alle Forderungen der ICE 61672-1 erfüllt. Das Gerät liefert eine Echtzeitanalyse in Oktav und Terzbändern.
  • Oktavspektren – Mittenfrequenz 8 Hz bis 16 kHz
  • Terzspektren – Mittenfrequenz 6,3 Hz bis 20 kHz
In den Schallpegelanalysator ist eine Software zur Nachhallbestimmung integriert.

Zusätzlich steht ein Schallpegelmessgerät SL-1353 der Klasse 2 zur Langzeitaufzeichnung der Schalldruckpegel zur Verfügung.

Als Schallquelle für bauakustische Messungen dient die OmniPower-Schallquelle Typ 4296 der Firma Brüel & Kjaer. Damit wird eine Kugelschallquelle simuliert. 12 Lautsprecher sind auf einer Dodekaeder-Oberfläche angeordnet. Unter Verwendung des Leistungsverstärkers Typ 2716 wird eine Schallleistung von 122 dB erreicht. Die Schallquelle Typ 4296 erfüllt die Forderungen von DIN 52210, DIN EN ISO 140 und ISO 3382.

Messung von Umweltlärm

Die Messung von Umweltlärm umfasst gemäß der „Technischen Anleitung zum Schutz gegen Lärm“ (TA Lärm) die Analyse aller schädlichen Geräuschemissionen, die nach Art, Ausmaß oder Dauer geeignet sind, Gefahren, erhebliche Nachteile oder erhebliche Belästigungen für die Allgemeinheit oder die Nachbarschaft herbeizuführen.
Die TA Lärm legt dazu die notwendigen Emissionsrichtwerte für den Beurteilungspegel fest.
Das Betrifft vor allem:
  • Verkehrslärm
  • Lärm von gewerblichen Anlagen
  • Gaststättenlärm
In Gaststätten und Diskotheken besteht oft das Problem der Überschreitung der zulässigen Lautstärke am schutzbedürftigen Ort. Bei Überschreitung der zulässigen Schalldruckpegel sind Maßnahmen zur baulichen Veränderungen und/oder zur Begrenzung der Schallemission erforderlich. Die Begrenzung der Lautstärke der Musikanlage erfolgt über einen Schallpegelbegrenzer (Limiter). Der dabei notwendige Aufwand richtet sich nach der technischen Ausstattung. Limiter sind erhältlich ab 120,00 €. Diese Geräte sind aber nur bei einfachen Musikanlagen empfehlenswert. Bei hochwertigen, komplexen Musikanlagen sind für hochwertige Limiter Investitionen ab 600 € erforderlich.

Begriffserläuterungen für wesentliche schalltechnische Größen aus der TA Lärm:
Der Schalldruckpegel LAF(t) ist der mit der Frequenzbewertung A und der Zeitbewertung F gebildete momentane Wert des Schalldruckpegels.
Mittelungspegel LAeq ist der zeitliche Mittelwert des Schalldruckpegels LAF(t). Wird im Schallpegelmesser nachgebildet.
Der Taktmaximalpegel LAFT(t) ist der Maximalwert des Schalldruckpegels LAF(t) während der zugehörigen Taktzeit T; die Taktzeit beträgt 5 Sekunden.
Der Beurteilungspegel Lr ist der aus dem Mittelungspegel LAeq des zu beurteilenden Geräusches und gegebenenfalls aus Zuschlägen für Ton- und Impulshaltigkeit gebildete Wert zur Kennzeichnung der mittleren Geräuschbelastung während der Beurteilungszeit.
Ton- und Informationshaltigkeit KT wird berücksichtigt, wenn bei einem Geräusch während bestimmter Teilzeiten ein oder mehrere Töne hörbar hervortreten. Der Zuschlag für Ton- und Informationshaltigkeit KT für diese Teilzeiten beträgt je nach Auffälligkeit 3 oder 6 dB.
Zuschlag für Impulshaltigkeit KI wird berücksichtigt, wenn das zu beurteilende Geräusch während bestimmter Teilzeiten Impulse aufweist. Der Zuschlag KI für Impulshaltigkeit beträgt für diese Teilzeiten: KI = LAFT(t) - LAeq

Die Ermittlung des Taktmaximalpegels erfolgt im Schallpegelmessgerät 2250, damit wird der Zuschlag für Impulshaltigkeit direkt bestimmt.

Bestimmung des bewerteten Bau-Schalldämm-Maßes R`

Das Bau-Schalldämm-Maß wird auf der Grundlage der DIN EN ISO 140–4 -1998 (Messung der Schalldämmung in Gebäuden und von Bauteilen) bestimmt. Im Ergebnis wird der Wert für R` als Funktion der Frequenz (Terzband) dargestellt. Aus diesen Einzelwerten des Terzbandes wird nach DIN EN 717-1-1996 (Bewertung der Schalldämmung in Gebäuden und von Bauteilen) eine Einzahlangabe, das bewertete Bau-Schalldämm-Maß R`W, errechnet und mit den Vorgaben verglichen.

Das bewertete Bau-Schalldämm-Maß kann auch nach dem Kurzmessverfahren entsprechend DIN EN ISO 10052-2001-02 bestimmt werden. Dabei werden die Pegel im Sende- und Empfangsraum im Oktavband ermittelt und im PC verarbeitet. Aufgrund der geringen Abweichung der ermittelten Werte von den Ergebnissen der aufwendigeren und kostenintensiveren Messung nach ISO 140, von maximal ± 1 dB , ist dieses Verfahren gut geeignet, zur schnellen Überprüfung von Trennwänden.

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© Ralf Zimmer